Firmenchronik

 274 Jahre 1741 – 2015

Seit 7 Generationen gehört die Schreinerei Bang am Kirchplatz zu den renommiertesten Butzbacher Betrieben der holzverarbeitenden Zunft und kann heute im Jahr 2015 auf stolze 274 Jahre Firmengeschichte zurückblicken.

Die Bangschen Geschäftsräume befinden sich heute in der ehemaligen Lateinschule am Kirchplatz 7-8 direkt gegenüber dem Weidigschen Haus.

Die Bangsche Familientradition in Butzbach begründete vor 274 Jahren der aus Allendorf an der Lumda stammende Johann Leonhard Bang ( geb. vermutlich im September 1713 ). Er kam 1741 mit 28 Jahren in unsere Stadt und heiratete am 25. Juli 1744 Maria Christina Katharina Marguth, die Tochter des bekannten „Landgräflichen Hofschreinermeisters und Fürstlichen Instrumentenmachers“ Andreas Marguth.Johann Christoph Bang ( 6. September 1752 bis 2. September 1829 ), der Sohn von Johann Leonhard Bang, zog während seiner Wanderschaft als Schreinergeselle in jungen Jahren nach Süd-Ost-Europa und gelangte bis nach Pressburg.

Leider ist das Wanderbuch von J. C. Bang nicht mehr erhalten. Um das Jahr 1770 hat er sich wahrscheinlich nach der Lehre bei seinem Vater auf Wanderschaft begeben und Anfang 1777 taucht er wohl über Wien kommend in Pressburg auf, wo er mehr als 2 Jahre bleibt und die Kunst der Holzschnitzerei erlernt. Zeugnis von seinem Aufenthalt gibt ein 1779 ausgestellter Zunftbrief, der sich heute im Familienbesitz befindet.

J.C. Bang brachte die Holzschnitzkunst nach Butzbach und ist für seine mit besonderer Präzision und Liebe zum Detail hergestellten Haustüren berühmt geworden. Für Butzbacher Bürger hat er alleine mehr als 20 davon angefertigt, noch heute sind einige von ihnen vorhanden. Eine Bangsche Tür befindet sich im Heimatmuseum.

Auf J. C. Bang folgte in der Familientradition sein Sohn Gernand Bang ( gest. 4.November 1876 ), danach Konrad Bang ( 2. Mai 1834 – 30.Oktober 1894 ) und Wilhelm Bang ( 23.Dezember 1874 – 9.März 1947 ).Von seinem Vater Hermann Bang ( 25. April 1914 – 27. Juni 1988 ) übernahm Wolfgang Bang den Betrieb. Hier begann er 1961 als 14jähriger mit der handwerklichen Ausbildung, legte 1964 die Gesellenprüfung mit sehr gutem Erfolg ab, ebenso die Meisterprüfung und lieferte dabei eines der gelungensten Meisterstücke ab, eine höchst kunstvolle Vitrine, die in Gießen ausgestellt wurde.

Nach der Geschäftsübernahme von Wolfgang Bang vollzog sich ein für das Unternehmen bedeutsamer Wechsel, denn die Werkstatt wurde 1983 / 84 aus der ehemaligen Lateinschule ausgelagert und in einem Anbau untergebracht.

Die Technisierung und Mechanisierung nahm bereits in den dreißiger Jahren ihren Anfang, als erste Maschinen aus Ellenfeld im Vogtland gekauft wurden. Der Maschinenpark wurde im Laufe der Jahre immer mehr erweitert und den Erfordernissen der Zeit angepasst. Zur Produktpalette von Butzbachs ältester Schreinerei zählten die Holzfensterfertigung der Bau von Türen und Haustüren, der komplette Innenausbau, alle Glasarbeiten und die Lieferung von Kunststofffenstern.

Dem Betrieb traditionell angeschlossen war ein Beerdigungsinstitut, das Überführungen im eigenen Bestattungswagen vornahm und alle Formalitäten diskret und gewissenhaft erledigte.Wesentlichen Anteil an der Arbeit des Beerdigungsinstituts hatte Elfriede Bang, die Mutter von Wolfgang Bang und Gattin des verstorbenen Herrmann Bang. Sie erledigte seit 1945 die Buchführung des Betriebes, den sie 1947 an der Seite ihres Mannes übernahm, der an der Maschinenbau – und Gewerbeschule in Gießen seine theoretische und kaufmännische Ausbildung absolvierte. Dem Schreinermeister Wolfgang Bang stand seine Ehefrau Ingeborg Bang immer hilfreich und unterstützend zur Seite.

Die Eheleute Wolfgang und Ingeborg Bang legten stets größten Wert auf Qualität im Sinne des alteingesessenen Familienbetriebs.

Der hohe Qualitätsanspruch wurde von Familie Bang auch im Hinblick auf die Nachfolgerfrage berücksichtigt. Am 1. März 2011 änderte sich die Firmenleitung erneut. Aus der Pietät W. Bang wurde das Bestattungshaus Bang. Der neue Inhaber – Dieter Meier und seine Ehefrau Anna Meier-Rhiel leiten nunmehr die Geschicke der Firma.Die neue Firma – Bestattungshaus Bang – wird als reines Bestattungsunternehmen geführt. Die Räumlichkeiten wurden dahingehend umgebaut, dass ein ansprechender Ausstellungsraum, ein Beratungszimmer und ein Werkstattbereich entstanden.

Dieter Meier stammt ebenfalls aus einer Schreinerfamilie, die seit über 80 Jahren in Kirch-Göns ihren Sitz hat. Nach dem Abitur an dem Weidig-Gymnasium in Butzbach und der Lehre im elterlichen Betrieb war er seit 1991 – 2011 Geschäftsführer der Schreinerei Meier GmbH.

Am 13. November 2008 legte Dieter Meier vor dem Prüfungsausschuss der Handwerkskammer Düsseldorf erfolgreich die Prüfung zum „Geprüften Bestatter“ ab. Derzeit ist er der erste Geprüfte Bestatter mit Sitz in Butzbach.

Im Jahr 2015 wurden die Geschäftsräume erweitert. Es entstanden ein Seminar- und Vortragsraum, ein neuer Bürobereich, sowie ein Sanitär- und Lagerraum.